Bildungsdiskriminierung – Andreas Kemper
Gestern abend besuchte ich einen Vortrag von Christina Möller, die zur Frage geforscht hat, wer Professor*in wird. Sie fand heraus, dass Studierende mit der sogenannten ^niedrigen^ sozialen Herkunft nicht nur sehr viel seltener Professor*in werden, sondern dass nach einer kurzen Phase der Annäherung wir gerade wieder eine Phase der sozialen Schließung erleben. Vor allem die propagierten Juniorprofessuren lassen fast nur noch Studierende aus der höchsten Herkunftsgruppe Professor*innen werden (über 60%), obwohl der gesamtgesellschaftliche Anteil von Menschen aus dieser höchsten Herkunftsgruppe verschwindend gering ist.
Den Bildungs- und Wissenschaftsministerien in den Bundesländern dürften diese Zahlen bekannt sein. Laut Grundgesetz darf niemand aufgrund seiner sozialen Herkunft benachteiligt werden. Also müssten die Bundesländer handeln. Es gäbe eine ganz einfache Stellschraube, an die die Bildungs- und Wissenschaftsministerien drehen könnten: die Mittelvergabe der Ländern an die Hochschulen. Hier könnte eine Formel eingesetzt werden, die nicht nur die Hochschulen für die quantitative Anzahl des Ausstoßes an Promovierten…
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