Bildungspolitik

Fronten der Bildungspolitik

Die vor über zwei Jahrzehnten begonnenen neoliberalen Bildungsreformen folgen dem Ziel, die Herstellung von „Beschäftigungsfähigkeit“ zu beschleunigen sowie ,Wachstum‘ und Profitträchtigkeit des Kapitals zu steigern oder zumindest aufrechtzuerhalten. Auf die vormaligen Kämpfe um Demokratisierung des Bildungssystems folgte dessen sukzessive Ökonomisierung. Eine ‚Neue Steuerung’ der Bildungseinrichtungen, z.B. durch „Zielvereinbarungen“ und „Leistungsorientierte Mittelverteilung“ (LOM), soll die Produktion der vom Kapital benötigten „Humanressourcen“ sicherstellen. Die Vorverlegung der Einschulung vom sechsten auf das fünfte Lebensjahr, der jahrgangsübergreifende Unterricht in Grundschulen und der Abschluss des Gymnasiums bereits nach acht Jahren sollen die Ausbildung beschleunigen. Es fragt sich, wie ein Begriff von Bildung durchzusetzen ist, der die durch die digitale Entwicklung eingeleiteten neuen Potenziale aufzunehmen versteht und zugleich die marktkonforme, von Kapital- und Effizienz-Interessen bewirkte Paralysierung von Selbstbestimmung kritisch überschreitet.

Das Argument (302) 55. Jahrgang, Heft 3 / 2013

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